
Stell dir vor, du bist ein Cybersecurity-Experte, Penetration-Tester oder einfach nur jemand, der sich für digitale Aufklärung interessiert. Du suchst nach einem Tool, das dir hilft, öffentlich verfügbare Informationen über Ziele wie IPs, Domains oder E-Mails effizient zu sammeln und zu analysieren – ohne stundenlang manuell zu graben. Genau hier kommt Spiderfoot ins Spiel. In diesem Blogbeitrag nehme ich dich mit auf eine detaillierte Tour durch Spiderfoot: Was es ist, was es kann, wie es funktioniert und wie du es einsetzen kannst. Ich halte es technisch, aber zugänglich, damit du direkt loslegen kannst. Lass uns eintauchen!
Was ist Spiderfoot eigentlich?
Spiderfoot ist ein Open-Source-Framework zur Automatisierung von Open-Source-Intelligence (OSINT), das in Python 3 geschrieben wurde. Es dient dazu, Daten aus über 200 öffentlichen und kommerziellen Quellen zu sammeln, zu analysieren und zu korrelieren. Ob du ein IP-Adresse, einen Domain-Namen, einen Hostnamen, eine ASN (Autonomous System Number), ein Subnetz, eine E-Mail-Adresse oder sogar den Namen einer Person als Ziel angibst – Spiderfoot automatisiert den Prozess der Informationssammlung. Es ist ideal für offensive Reconnaissance (z. B. in Red-Team-Operationen) oder defensive Zwecke (z. B. um deine eigene Infrastruktur auf Lecks zu prüfen).
Im Kern reduziert Spiderfoot den manuellen Aufwand bei OSINT-Untersuchungen. Statt einzelne Websites oder APIs abzufragen, zentralisiert es alles in einem Tool. Es ist unter der MIT-Lizenz veröffentlicht, was bedeutet, dass du es frei nutzen, anpassen und erweitern kannst. Mit über 50.000 Nutzern weltweit ist es ein bewährtes Werkzeug für Profis in der Cybersicherheit, Ethik-Hacking und Untersuchungen.
Die Hauptfeatures und Capabilities von Spiderfoot
Spiderfoot glänzt durch seine Vielseitigkeit. Hier sind die Schlüssel-Features, die du kennen solltest:
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Automatisierte Datensammlung: Du kannst Daten aus mehr als 100 Quellen abrufen, ohne selbst Hand anzulegen. Das umfasst passive Recon (stealthy, ohne direkte Interaktion mit dem Ziel) und aktive Recon (direktes Probing für Echtzeit-Daten).
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Modulares Design: Über 200 Module stehen dir zur Verfügung, die du ein- oder ausschalten kannst. Jedes Modul zielt auf eine spezifische Datenquelle oder Technik ab – von DNS-Abfragen bis hin zu Breach-Datenbanken.
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Web- und CLI-Schnittstellen: Nutze die webbasierte Oberfläche für eine intuitive Navigation oder die Command-Line-Interface (CLI) für Skripte und automatisierte Scans. Das macht es flexibel für Einzelnutzer oder Teams.
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Visuelle Berichterstattung: Spiderfoot erstellt Graphen, Link-Maps und detaillierte Reports, die Beziehungen zwischen Datenpunkten visualisieren. Stell dir vor, du siehst auf einen Blick, wie Domains, IPs und E-Mails zusammenhängen.
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Korrelations- und Analysefunktionen: Es korreliert Ergebnisse automatisch, um Muster, Risiken und versteckte Verbindungen aufzudecken. Exportiere alles als CSV oder JSON für weitere Analysen.
Was kannst du damit machen? In der Penetration-Testing-Phase sammelst du Pre-Engagement-Intel, ohne das Ziel zu alarmieren. Bei Red-Team-Operationen identifizierst du Angriffsvektoren. Für defensive Security prüfst du auf exponierte Daten wie DNS-Records oder E-Mails. In der Incident-Response korrelierst du Indicators of Compromise (IOCs) wie schädliche IPs oder Domains. Sogar Breach-Monitoring ist möglich, z. B. über Quellen wie Have I Been Pwned, um geleakte Credentials zu entdecken.
Spiderfoot ist nicht invasiv – es sammelt nur öffentliche Daten und führt keine Exploits aus, es sei denn, du konfigurierst es explizit. Aber Achtung: Aktive Scans könnten detektiert werden, also nutze passive Modi für Stealth.
So funktioniert Spiderfoot im Detail
Lass uns technisch werden: Spiderfoot arbeitet in einem schrittweisen Prozess, der auf Automatisierung basiert.
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Ziel definieren: Du gibst dein Target ein – z. B. eine Domain wie "example.com" oder eine IP wie "192.168.1.1".
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Module auswählen: Wähle aus der Modul-Bibliothek. Beispiele:
- WHOIS & DNS-Module: Holen Registrierungsdetails, Nameserver, DNS-Records und Eigentümer-Infos.
- Shodan & Censys: Scannen Geräte auf offene Ports, Services und Vulnerabilities.
- VirusTotal: Analysieren Malware, File- oder URL-Reputation.
- PassiveTotal (RiskIQ): Liefern passive DNS-Daten, historische Beziehungen und Domain-Insights.
- SSL/TLS & Geolocation: Sammeln Zertifikatsdaten und IP-Standorte.
Du kannst Module gruppieren, z. B. nur passive für unauffällige Scans.
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Scan durchführen: Spiderfoot startet die Abfragen, korreliert die Ergebnisse und organisiert sie. Die Geschwindigkeit hängt von deinen Modulen, Systemressourcen und Internetverbindung ab.
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Analyse und Auswertung: Nach dem Scan filterst du Daten, visualisierst Beziehungen und exportierst Reports. Die Korrelation ist der Clou: Spiderfoot verbindet z. B. eine E-Mail mit einer Domain und einem IP, um ein vollständiges Bild zu zeichnen.
Technisch ist es ein Python-basiertes Framework mit API-Schnittstelle für Integrationen in SIEM-Systeme oder Dashboards. Es erfordert Internet für die meisten Module, da es auf externe APIs zugreift.
Installation: So setzt du Spiderfoot auf
Du brauchst kein Coding-Genie zu sein, um loszulegen – die GUI macht es einfach. Hier die technischen Anforderungen und Schritte:
- Minimale Specs: Python 3.7, 2 GB RAM, 1 GB Speicher, Internet. Läuft auf Windows, macOS oder Linux.
- Empfohlen: Python 3.9+, 4 GB+ RAM, 5 GB+ Speicher, Linux (z. B. Ubuntu 20.04+), schnelles Internet.
Installation-Schritte:
1. Klone das Repo: git clone https://github.com/smicallef/spiderfoot.git
2. Wechsle ins Verzeichnis: cd spiderfoot
3. Installiere Dependencies: python3 -m pip install -r requirements.txt
4. Starte es: python3 sf.py – das startet den Web-Server (standardmäßig auf Port 5001).
Für CLI-Nutzung: python3 sfcli.py -h für Hilfe. Es ist server-kompatibel, also kannst du es für Teams hosten.
Tipp: Wenn du Module mit API-Keys brauchst (z. B. Shodan), konfiguriere sie in der sf.db-Datei oder über die GUI.
Praktische Usage-Beispiele
Lass uns konkret werden – hier ein paar Szenarien, in denen du Spiderfoot einsetzt:
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Penetration Testing: Du scannst eine Domain passiv, um Struktur, Subdomains und exponierte Services zu finden. Beispiel:
python3 sf.py -m sfp_dns,sfp_whois -t example.com– das liefert DNS- und WHOIS-Daten ohne Alarm. -
Red Team: Sammle Angriffsvektoren aus öffentlichen Quellen, z. B. offene Ports via Shodan. Aktiviere Module wie
sfp_shodanfür detaillierte Geräte-Insights. -
Breach Monitoring: Überprüfe E-Mails auf Leaks: Wähle
sfp_haveibeenpwnedund gib eine E-Mail als Target ein. Spiderfoot checkt Breach-Datenbanken automatisch. -
Defensive Security: Scanne deine eigene Infrastruktur auf Lecks, z. B. exponierte E-Mails oder DNS-Records, um deinen Attack Surface zu minimieren.
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Incident Response: Korreliere IOCs: Gib eine verdächtige IP ein und lass Module wie
sfp_virustotallaufen, um Reputation und verbundene Bedrohungen zu analysieren.
Best Practice: Starte mit passiven Scans für Stealth, kombiniere mit aktiven für Tiefe. Exportiere immer Results für Dokumentation.
Technische Details und Limitationen
Unter der Haube ist Spiderfoot modular und erweiterbar. Es verwendet Python 3 für Portabilität und hat eine API für Custom-Integrations. Performance: Voll-Scans können je nach Modulen Stunden dauern, also optimiere deine Auswahl. Es ist nicht für Exploitation gedacht – nur Recon.
Limitationen: Kein Internet-Zugang? Viele Module scheitern. Es führt keine intrusiven Scans durch (kein Port-Scanning wie Nmap), und aktive Modi könnten detektiert werden. Aber das ist auch sein Vorteil: Es bleibt legal und ethisch, solange du öffentliche Daten nutzt.
Spiderfoot wird aktiv gepflegt, mit regelmäßigen Updates für neue Module und Fixes. Die Community ist stark – du kannst eigene Module bauen, wenn du Python kennst.
Fazit: Warum du Spiderfoot ausprobieren solltest
Spiderfoot ist dein Go-to-Tool, wenn du OSINT automatisieren und Zeit sparen willst. Es macht komplexe Recon-Aufgaben zugänglich, ohne dass du ein Skript-Guru sein musst. Ob du Neuling bist oder Profi: Lade es herunter, starte einen Test-Scan und sieh selbst, wie es deine Investigations boostet. Hast du Fragen oder eigene Erfahrungen? Teile sie in den Comments! Bleib sicher da draußen.
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