Ich bin ein riesiger Fan von Meshtastic – die Möglichkeiten, die dieses Projekt bietet, haben mich sofort begeistert. Ein Off-Grid-Kommunikationssystem, das ohne Mobilfunk oder Internet auskommt? Das ist genau mein Ding! Ob beim Wandern, im Katastrophenschutz oder einfach als spannendes Maker-Projekt – LoRa-Meshnetzwerke wie Meshtastic und MeshCore sind faszinierend. Doch so sehr ich Meshtastic liebe, für alles, was über spielerische Experimente hinausgeht, greife ich inzwischen lieber zu MeshCore. Warum? Das erzähle ich dir in diesem Blogbeitrag, in dem ich die beiden Systeme vergleiche und meine Erfahrungen teile.
Einstieg & Installation: Beide machen es dir leicht
Meshtastic: Der Einstieg in Meshtastic ist kinderleicht. Mit breiter Hardwareunterstützung für Geräte wie Heltec, LILYGO oder RAK und der Möglichkeit, Firmware entweder klassisch oder über einen praktischen Web Flasher aufzuspielen, ist Meshtastic ideal für Einsteiger und Maker. Innerhalb weniger Minuten hatte ich mein erstes Gerät geflasht und war bereit, loszulegen.
MeshCore: Auch MeshCore macht den Start super einfach. Es unterstützt fast dieselbe Hardware wie Meshtastic und bietet ebenfalls einen Web Flasher. Das Setup fühlt sich nahezu identisch an – schnell, unkompliziert und ohne große Hürden.
Mein Take: Beide Systeme sind hier gleichauf. Egal, ob du Meshtastic oder MeshCore wählst, du bist in kürzester Zeit startklar.
Apps & Bedienung: MeshCore punktet mit Zuverlässigkeit
Meshtastic: Die Meshtastic-Apps für Android und iOS sind gut. Sie bieten Kartenintegration, Kanäle, Sensor-Management und ein riesiges Funktionsset. Leider ist die Einstiegshürde bis man das Berechtigungskonzept und die Funktionen verstanden hat recht hoch, zudem ist die App oft hakelig und instabil.
MeshCore: MeshCore geht einen anderen Weg. Die App ist schlanker, fokussiert sich aufs Wesentliche – nämlich stabiles Messaging und genau das tut sie auch durchweg zuverlässig. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und größtenteils selbsterklärend und ich liebe die präzisen Infos zu Zustellung und Wiederholungsversuchen. Im Vergleich zu Meshtastic hatte ich hier nie das Gefühl, dass etwas „hängen bleibt“.
Mein Take: Meshtastic bietet mehr Funktionen, aber MeshCore hat die Nase vorn, wenn es um eine stabile, flüssige Bedienung geht. Die App läuft wie am Schnürchen, und das macht einen riesigen Unterschied.
Routing, Hops & Nodes: MeshCore skaliert besser
Meshtastic: Bei Meshtastic können standardmäßig alle Nodes routen, was super flexibel ist. Allerdings kann das bei vielen Geräten zu Overhead führen. Das Hop- und Node-Limit ist zudem etwas enger gefasst, was große Netzwerke einschränkt. Ich habe das bei meinen Experimenten gemerkt: Sobald das Netz wächst, wird’s kompliziert.
MeshCore: MeshCore unterscheidet klar zwischen Clients und Repeaters. Das reduziert die Funklast und macht das Netzwerk stabiler. Dazu kommt ein höheres Hop- und Node-Limit, was MeshCore perfekt für größere, weiträumige Netzwerke macht. Ich war beeindruckt, wie gut das Routing auch bei vielen Teilnehmern funktioniert.
Mein Take: Meshtastic ist flexibel, aber MeshCore ist einfach effizienter, wenn du ein großes, stabiles Netzwerk brauchst.
Zuverlässigkeit & Messaging: MeshCore liefert ab
Meshtastic: Ich liebe Meshtastic, aber ich muss ehrlich sein: Die Nachrichtenübermittlung ist nicht immer zuverlässig. Bei vielen Knoten kam es bei mir zu Verzögerungen oder doppelten Nachrichten, und die Zustellbestätigungen waren oft unklar. Für Experimente ist das okay, aber für ernsthaftere Anwendungen war das ein Dealbreaker.
MeshCore: Hier glänzt MeshCore wirklich. Die Nachrichten kommen immer an – wirklich immer. Die App zeigt klar an, ob eine Nachricht zugestellt wurde, und die Retry-Informationen sind super hilfreich. Dazu gibt’s einen „Store-&-Forward“-Mechanismus („Room Server“), der Nachrichten speichert und später zustellt, wenn ein Node wieder online ist. Das macht MeshCore unglaublich robust.
Mein Take: Meshtastic ist cool für den Tüftelspaß, aber wenn du sicherstellen willst, dass deine Nachrichten ankommen, ist MeshCore unschlagbar.
Berechtigungskonzept: MeshCore bietet mehr Kontrolle
Meshtastic: Bei Meshtastic läuft alles über Kanäle. Jeder, der Zugriff auf einen Kanal hat, kann Nachrichten senden und empfangen. Das ist einfach, aber auch ziemlich grob: Feinere Kontrolle über einzelne Benutzerrechte gibt es nicht. Für meine Experimente war das meistens okay, aber in größeren oder sicherheitskritischen Netzwerken fehlt hier die Flexibilität.
MeshCore: MeshCore geht einen Schritt weiter und erlaubt es, einzelnen Benutzern spezifische Rechte zuzuweisen. Du kannst genau steuern, wer Nachrichten senden, empfangen oder weiterleiten darf. Das macht MeshCore ideal für Szenarien, in denen du die Kontrolle über dein Netzwerk behalten willst, z. B. in organisierten Teams oder bei sensiblen Anwendungen.
Mein Take: MeshCore bietet mit seinem Berechtigungskonzept eine Präzision, die Meshtastic fehlt. Für mich ein klarer Pluspunkt, wenn es um ernsthaftere Einsätze geht.
Batterielaufzeit: MeshCore hält deutlich länger
Meshtastic: Meshtastic ist ein echter Alleskönner, aber das hat seinen Preis. Die vielen Features – Telemetrie, Sensoren, MQTT-Bridges – führen dazu, dass viel mehr Daten gesendet werden. Das merkt man an der Batterielaufzeit: Meine Geräte waren oft nach wenigen Stunden leer, besonders bei aktiven Netzwerken mit vielen Nodes.
MeshCore: MeshCore ist hier deutlich effizienter. Durch den Fokus auf stabiles Messaging und weniger Datenoverhead hält die Batterie meiner Geräte fast doppelt so lange wie bei Meshtastic. Getestet habe ich dies mit meinem Sensecap T1000-E.
Mein Take: Meshtastic schluckt Akku wie nix, während MeshCore mit seiner Effizienz punktet. Für längere Einsätze ist MeshCore die klare Wahl.
Features & Ökosystem: Meshtastic ist der Spielplatz für Maker
Meshtastic: Meshtastic ist ein Paradies für Bastler wie mich. Sensor-Integration, MQTT-Bridge, TCP/IP-Bridges, Anbindung an Tools wie ATAK – die Liste an Features ist riesig. Die Community liefert ständig Addons und Erweiterungen, was Meshtastic zu einem unglaublich vielseitigen System macht.
MeshCore: MeshCore ist schlanker und fokussiert sich auf stabiles Messaging und Skalierbarkeit. Einige Extra-Features wie Telemetrie oder erweiterte Karten sind Premium-Features, was nicht jedem gefällt. Das Ökosystem ist kleiner, aber sehr zielgerichtet.
Mein Take: Meshtastic bietet die größere Spielwiese, aber ich brauche das ehrlich gesagt nicht. Für mich zählt am Ende Zuverlässigkeit, und da ist MeshCore klar im Vorteil.
Community & Entwicklung: Meshtastic hat die Masse, MeshCore die Dynamik
Meshtastic: Die Meshtastic-Community ist riesig. Es gibt Unmengen an Tutorials, Forenbeiträgen und Support. Egal, welches Problem du hast, irgendwer hat es schon gelöst oder diskutiert. Das hat mir als Fan oft weitergeholfen.
MeshCore: Die MeshCore-Community ist kleiner, aber super dynamisch. Fehler werden schnell behoben, und neue Features kommen in hohem Tempo. Es fühlt sich an, als würde das Projekt richtig Gas geben.
Mein Take: Meshtastic punktet mit der großen Community, aber MeshCore überzeugt mit schneller Entwicklung.
Mein Fazit: Meshtastic zum Spielen, MeshCore für den Ernstfall
Als großer Meshtastic-Fan habe ich unzählige Stunden damit verbracht, Nodes aufzusetzen, Features zu testen und mit der Community zu tüfteln. Es ist ein fantastisches Projekt, das unglaublich viel Spaß macht – aber für mich bleibt es bei Experimenten. Sobald ich ein Mesh brauche, auf das ich mich wirklich verlassen kann, greife ich zu MeshCore. Die Nachrichten kommen immer an, die App läuft einwandfrei, und die Skalierbarkeit ist top. Kurz gesagt:
- Meshtastic: Perfekt für Maker, Sensor-Fans und die, die ein riesiges Ökosystem wollen. Aber für mich zu unzuverlässig für ernsthafte Anwendungen.
- MeshCore: Die Wahl für alle, die stabiles Messaging und große, skalierbare Netzwerke brauchen.
Wenn du wie ich ein Fan von Meshtastic bist, wirst du die Möglichkeiten lieben – aber wenn du ein Mesh willst, das einfach funktioniert, ist MeshCore der klare Sieger. 😊
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