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Meshtastic 2.7 - Ein spannendes Upgrade

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Meshtastic 2.7 - Ein spannendes Upgrade

Seit der 2.7-Preview-Version von Meshtastic bin ich langsam aber sicher immer überzeugter von Meshtastic. Lange war es zwar spannende Technik aber eben auch einfach gefrickel. Es hat nicht sehr zuverlässig funktioniert und als Notfallkommunikation hätte ich es nie und nimmer verwendet. Dafür gehen zu oft Nachrichten einfach unter. Leute die mehr als Telemetrie verwenden kennen das sicher. Ich habe die letzten Tage damit verbracht, die neusten 2.7 Änderungen auszuprobieren, und möchte euch heute erzählen, warum das Update vieles besser macht.

BaseUI: Ein frisches, intuitives Interface

Das neue Standard-Interface, jetzt BaseUI genannt, hat mich echt umgehauen. Es ist so viel übersichtlicher und fühlt sich an, als hätte das Meshtastic-Team genau verstanden, was wir Nutzer brauchen. Egal, ob ich auf einem kleinen Display oder einem größeren Gerät unterwegs bin, die Bedienung ist super intuitiv.

Ein paar Highlights, die mir sofort aufgefallen sind:

  • Automatisch ausblendende Menüs und Kontext-Aktionsmenüs (z. B. für Position, LoRa oder Nachrichten) machen die Navigation viel flüssiger.
  • Favoriten-Knoten haben jetzt ein eigenes Icon in der Menüleiste – das spart Zeit, wenn ich schnell auf meine wichtigsten Knoten zugreifen will.
  • Ich kann jetzt Zeitzone und Region direkt am Gerät einstellen, ohne Umwege.
  • Und das Beste: Auf Geräten, die das alte Meshtastic UI (MUI) unterstützen, kann ich einfach zwischen BaseUI und MUI hin- und herschalten – keine verschiedenen Firmware-Versionen mehr nötig!

Netzwerk-Upgrades: Meshing über UDP und mehr

Schon in Version 2.6 hat Meshtastic mit dem experimentellen Support für Meshing über ein lokales Netzwerk (UDP über LAN/WiFi) auf sich aufmerksam gemacht. Besonders auf meinen ESP32-Geräten hat das gut funktioniert. Mit 2.7 geht’s noch einen Schritt weiter: Die Changelogs sprechen von „Seamless Cross-Preset Communication via UDP Multicast Bridging“. Klingt nerdig, ist aber super praktisch, weil es die Kommunikation zwischen Knoten in verschiedenen Netzwerken erleichtert.

Neu ist auch der CLIENT_BASE-Rollenmodus. Damit können Clients als Router für Favoritenknoten genutzt werden – perfekt, um das Netzwerk noch flexibler zu gestalten. Dazu kommen kleinere, aber feine Verbesserungen wie die Anzeige der GPS-Daten meines Smartphones auf dem Positionsbildschirm oder ein Zähler für die letzte Koordinate. Und ja, es gibt auch einige Bugfixes, z. B. bei Speicherlecks oder Anzeigeproblemen, die das Ganze noch stabiler machen.

Ein kleiner Haken: In der Community gibt’s aktuell Diskussionen, dass der iOS-Client die neuen UDP- und Netzwerkfunktionen noch nicht komplett unterstützt. Das Umschalten von UDP Multicast klappt auf iOS wohl noch nicht so richtig. Aber ich bin zuversichtlich, dass das Team da bald nachlegt.

iOS-App: Auf dem Weg zu IP-Konnektivität

Apropos iOS: Seit Kurzem gibt es spannende Fortschritte bei der IP-Konnektivität. In der Meshtastic-Doku ist zu lesen, dass sich unter Settings > Device Configuration > Network nun Optionen wie WiFi, Ethernet oder IPv4-Modus konfigurieren lassen. Das bedeutet: iOS-Geräte können inzwischen nicht mehr nur per Bluetooth, sondern auch direkt über IP/WiFi mit den Nodes sprechen.

Ich habe es getestet – und ja, es funktioniert! Die iOS-App kann sich direkt per IP verbinden, was die Nutzung deutlich flexibler macht.

Hardware: Mehr Unterstützung, neue Klassifizierung

Meshtastic führt mit 2.7 auch eine neue Klassifizierung ein: Geräte sind jetzt entweder „officially supported“ oder „community supported“. Ältere oder weniger genutzte Geräte wandern in die Community-Kategorie, was die Übersicht erleichtert. Außerdem gibt’s Support für neue Board-Varianten wie den Heltec V4 oder RP2040-basierte LoRa-Chips. Das macht Meshtastic noch vielseitiger für verschiedene Hardware-Fans.

Mein Favorit: Der SenseCAP Card Tracker T1000-E

Kommen wir zu meinem absoluten Highlight: dem SenseCAP Card Tracker T1000-E. Dieses kleine Ding hat es mir echt angetan! Warum? Hier ein paar Gründe:

  • Kompakt und robust: Der Tracker ist kaum größer als eine Kreditkarte und hat eine IP65-Zertifizierung – perfekt für Outdoor-Abenteuer.
  • Alles drin: LoRa (global 863–928 MHz), Bluetooth 5.0 und GPS, und das alles ohne SIM-Karte. Keine monatlichen Kosten, keine Abhängigkeit vom Mobilfunknetz – ideal für Abenteuer abseits der Zivilisation.
  • GPS-Power: Der Mediatek AG3335 GPS-Chip liefert zuverlässige Positionsdaten.
  • Reichweite trotz Größe: Trotz der internen Antenne (ein Kompromiss bei so einem kleinen Gerät) berichten Nutzer in der Community von beeindruckender Reichweite.
  • Batterielaufzeit: Je nach Nutzung hält der Akku mehrere Wochen – in meinen Tests hat er mich nicht im Stich gelassen.

Für mich ist der SenseCAP Card Tracker der perfekte Begleiter für Wanderungen, Outdoor-Projekte oder einfach, um mit Freunden im Meshtastic-Netzwerk verbunden zu bleiben, ohne auf Mobilfunk angewiesen zu sein.

Fazit: Meshtastic 2.7 macht Lust auf mehr

Die 2.7-Preview hat mich echt begeistert – vom neuen BaseUI über die Netzwerk-Upgrades bis hin zu coolen Hardware-Optionen wie dem SenseCAP Card Tracker. Auch wenn die iOS-App noch ein bisschen hinterherhinkt, bin ich sicher, dass das Team hier bald nachzieht. Meshtastic bleibt für mich das spannendste Projekt für dezentrale Kommunikation, und ich freue mich schon darauf, die neuen Features weiter auszuprobieren und habe das Gefühl das sich auch im Hintergrund der Software viel tut und es langsam aber sicher wirklich ein zuverlässiger Kommunikationsweg auf kurze Distanzen wird.

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