Meshtastic oder Meshcore sind faszinierende Open-Source-Projekte, die in den letzten Jahren enorm an Zuwachs gewonnen haben. Besonders im Outdoor-Bereich eröffnen sich spannende Möglichkeiten: Ob bei Wanderungen, Festivals oder zur Vernetzung abgelegener Gebiete – ein robustes Netzwerk aus Nodes kann überall Kommunikation sicherstellen.
Doch die größte Hürde?
Die Hardware muss Wind, Wetter und UV-Strahlung dauerhaft standhalten.
Nach Jahren des Experimentierens mit selbstgebauten Outdoor-Nodes teile ich hier meine Erkenntnisse.
Spoiler: Wasserdichte Abzweigdosen haben meine Nodes gerettet – und den 3D-Druck nutze ich inzwischen nur noch für clevere Ergänzungen. In der Sidebar findest du Beispielprodukte, die ich selbst getestet habe.
Der 3D-Druck: Kreativ, aber mit Tücken
Meine ersten Outdoor-Nodes baute ich mit 3D-gedruckten Gehäusen. Ich habe alles gegeben, um sie wetterfest zu machen:
- Dicke Wände (bis 4 mm), um Feuchtigkeit abzuwehren
- Dichter Druck durch leichtes Overflow, für nahtlose Schichten
- Kein Infill, um Wasseransammlungen in Hohlräumen zu vermeiden
- Versiegelung von Nähten und Kabeldurchführungen mit Silikon oder Kleber
Anfangs lief alles super – die Nodes funktionierten einwandfrei.
Doch nach 6 bis 12 Monaten war der Großteil hinüber.
Die Platinen sahen zwar unversehrt aus, aber ich vermute, dass schleichende Feuchtigkeit (z. B. Kondenswasser) die Elektronik langsam zerstörte. UV-Strahlung und Temperaturschwankungen machten es nicht besser.
Fazit:
3D-Druck ist ideal für Prototypen, aber für den dauerhaften Outdoor-Einsatz von Meshtastic- oder Meshcore-Nodes schlicht nicht robust genug.
Abzweigdosen: Die unschlagbare Lösung
Nach einigen Rückschlägen stellte sich die Frage:
Warum das Rad neu erfinden?
Im Elektrobereich gibt es seit Jahrzehnten bewährte Lösungen – wasserdichte Abzweigdosen. Für Meshcore-Nodes sind sie ein echter Gamechanger.
Warum Abzweigdosen überzeugen:
- IP65/IP67-Schutz – staub- und wasserdicht, selbst bei Starkregen
- Fertige Kabeldurchführungen – Gummitüllen oder Schraubverschlüsse halten Feuchtigkeit zuverlässig fern
- Einfache Wartung – Deckel auf, Node tauschen oder Firmware flashen
- Hohe Langlebigkeit – UV-beständige Materialien, kein Verspröden wie bei vielen Filamenten
Mit etwas Dichtmasse an den Kabeldurchführungen werden diese Dosen nahezu unzerstörbar.
Die Elektronik bleibt trocken, sicher und jederzeit zugänglich.
Hybrid-Ansatz: Abzweigdose trifft 3D-Druck
Ganz auf 3D-Druck verzichte ich nicht – ich setze ihn nur gezielter ein:
- Halterungen
- Antennenbefestigungen
- Montagesysteme für Mast, Wand oder Baum
Die empfindliche Technik bleibt geschützt in der Abzweigdose, außen kann ich mich austoben.
Das Beste aus beiden Welten:
- Zuverlässiger Schutz durch die Abzweigdose
- Individuelle Anpassung durch 3D-gedruckte Zusatzteile
Fazit
Für langlebige Outdoor-Meshcore-Nodes führt kein Weg an einer hochwertigen Abzweigdose vorbei.
3D-Druck ist super für Prototypen oder kurzfristige Projekte – im Dauereinsatz gewinnen die robusten, industrieerprobten Lösungen.
Seit ich auf Abzweigdosen setze, laufen meine Nodes ohne Ausfälle – egal ob Regen, Schnee oder Sonne.
Mein Tipp:
Spare nicht an der Dose. Investiere in eine solide IP67-Abzweigdose und nutze den 3D-Druck gezielt für Halterungen oder Zubehör.
So baust du Meshcore-Nodes, die nicht nur eine Saison überstehen, sondern jahrelang zuverlässig arbeiten.
Kommentare