Ich bin Besitzer der Apple Watch Ultra 3, der ersten Apple Watch mit integrierter Satellitenkommunikation. Passend dazu hat Garmin vor Kurzem die Garmin Fenix 8 Pro vorgestellt – ebenfalls mit beworbener Satellitenfunktion über Garmin inReach.
Ich bin Besitzer der Apple Watch Ultra 3, der ersten Apple Watch mit integrierter Satellitenkommunikation. Passend dazu hat Garmin vor Kurzem die Garmin Fenix 8 Pro vorgestellt – ebenfalls mit beworbener Satellitenfunktion über Garmin inReach.
Wer Garmins inReach-Produktlinie kennt (zum Beispiel das Garmin inReach Mini 2) und auf die gleiche Funktionsweise gehofft hat, wird allerdings ein bisschen enttäuscht sein. Zwar wird das Feature als „inReach“ beworben, aber es verhält sich nicht so, wie man es von Garmins eigenständigen Geräten kennt.
Bei den klassischen inReach-Geräten läuft die Satellitenverbindung dauerhaft und passiv im Hintergrund: Das Gerät sendet automatisch Standortdaten und Nachrichten, ohne dass man es aktiv ausrichten oder halten muss.
Die Uhr-Version funktioniert dagegen ganz anders. Auch sie muss – wie die Apple Watch – aktiv in Richtung Satellit ausgerichtet werden, und die Verbindung läuft nicht dauerhaft mit. Technisch ist die Uhr damit eher eine Light-Version der echten inReach-Geräte.
In diesem Beitrag will ich gar nicht tief in die Technik einsteigen. Beide Uhren sind starke Stücke Hardware. Ich möchte aber ehrlich die Satellitenkommunikation beider Modelle vergleichen, da ich mir eine aktuelle Garmin ausleihen konnte – und sagen muss: Ich bin wirklich etwas enttäuscht.
Welche Satelliten nutzen die Uhren?
Apple Watch Ultra 3
Die Ultra 3 nutzt das Globalstar-Satellitennetz, das Apple bereits von der SOS-Funktion der iPhones kennt. Es deckt große Teile der Erde ab, allerdings nicht vollständig (Polregionen zum Beispiel nicht).
Die Uhr zeigt sehr genau an, in welche Richtung man sie halten muss, um eine Verbindung herzustellen.
In Deutschland kann aktuell nur der Standort per Satellit gesendet werden, in Ländern wie den USA oder Großbritannien auch Nachrichten.
Die Verbindung dauert meist nur Sekunden bis wenige Minuten – abhängig davon, wie frei der Blick zum Himmel ist.
Garmin Fenix 8 Pro (inReach)
Garmin setzt auf das Iridium-Netzwerk, das im Gegensatz zu Globalstar eine echte weltweite Abdeckung bietet. Klingt erst mal perfekt – die Umsetzung in der Uhr ist aber nicht mit einem echten inReach-Gerät vergleichbar.
Auch hier muss die Uhr aktiv ausgerichtet werden, und die Verbindung läuft nicht dauerhaft im Hintergrund.
Beim inReach Mini 2 wird das Tracking automatisch gesendet, Nachrichten gehen im Hintergrund raus, und man muss sich um nichts kümmern. Bei der Uhr ist das Ganze deutlich umständlicher.
Mein Test: Ohne Handynetz im Süden Deutschlands
Für meinen Test bin ich in den Süden Deutschlands gefahren – an einen Ort ohne jeglichen Handyempfang. Und wie man weiß: In Deutschland ist das schneller gefunden, als einem lieb ist 😅.
Ziel war es, zu testen, wie zuverlässig beide Uhren ihren Standort per Satellit übermitteln.
Apple Watch Ultra 3
Ich habe dreimal meinen Standort gesendet. Die Uhr zeigt auf dem Display klar an, wie man sie halten soll.
- Verbindung nach etwa 1–2 Minuten
- Beim letzten Versuch sogar nach ca. 10 Sekunden
- Sehr tolerant bei der Ausrichtung – grob in die richtige Richtung halten reicht
Die Bedienung ist einfach und entspannt.
Garmin Fenix 8 Pro
Auch hier muss die Uhr aktiv ausgerichtet werden, allerdings deutlich präziser.
- Display muss exakt Richtung Satellit zeigen
- Erster Verbindungsaufbau dauerte fast 4 Minuten
- Bewegung währenddessen führt schnell zu Abbrüchen
Ist die Verbindung aber einmal da, werden Nachrichten und Standortdaten sehr schnell übertragen. Trotzdem: Insgesamt deutlich umständlicher und weniger komfortabel.
Mein Fazit
Aktuell kann man mit der Garmin-Uhr Nachrichten über Satellit versenden, mit der Apple Watch (in Deutschland) nur den Standort. Da Apple diese Funktion in anderen Ländern bereits freigeschaltet hat, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis das auch hier passiert.
Unabhängig davon überzeugt mich die Apple Watch Ultra 3 bei der Satellitenkommunikation klar mehr:
- schnellere Verbindung
- weniger genaue Ausrichtung nötig
- deutlich komfortabler in der Praxis
Preislich kommt noch dazu:
Garmin verlangt rund 8 € im Monat, während Apple die Funktion aktuell kostenlos anbietet (zumindest in den ersten zwei Jahren).
Garmin bleibt natürlich stark bei Karten, Navigation und Akkulaufzeit. Wer tagelang in der Wildnis unterwegs ist, fährt mit einem echten inReach-Gerät oder einer Garmin-Uhr plus Mini 2 sicher besser.
Geht es aber darum, schnell im Funkloch einen Standort oder Notruf über Satellit abzusetzen, ist die Apple Watch Ultra 3 für mich aktuell der klar angenehmere Begleiter.
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